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Gletschersee vollständig leer

Der Faverges-See ist nun vollständig ausgelaufen. Die Leerung ist dank dem im Frühjahr erstellten Entwässerungssystem auf dem Gletscher, welches den Pegel bei maximal rund 1.2 Mio. Kubikmeter Wasser plafonierte, durchwegs ohne Schäden erfolgt.

Gletschersee läuft aus

Der Gletschersee läuft sei heute Morgen ab. Beobachtungen vor Ort haben ergeben, dass sich die restlichen rund 0.5 Mio. m3 Wasser in eine neue Gletschermühle ergiessen und sich der See so entleert. Im Gewässerraum von Trübbach und Simme ist grösste Vorsicht geboten, da sich erfahrungsgemäss auch Flutwellen bilden können!

Seevolumen sinkt weiter

Aktuell befinden sich im Gletschersee noch rund 600’000 m3 Wasser und der Pegel sinkt weiter. Die Gefahr eines plötzlichen Auslaufens mit nachfolgender Flutwelle kann nach wie vor nicht ausgeschlossen werden und es ist weiterhin Vorsicht im Gewässerraum geboten.

Färbversuch hat wichtige Erkenntnisse gebracht

Im Rahmen eines Färbversuchs wurde am Freitag, 26. Juli 2019, das Wasser im Entlastungsgraben auf der Plaine Morte grün eingefärbt. Bereits nach eindreiviertel Stunden war das grüne Wasser beim Gletscherportal angelangt. Damit konnten ohne näheren Abklärungen bereits die wichtige Erkenntnis gewonnen werden, dass sich das aus dem See ausfliessende Wasser nicht unterirdisch in einem neuen See oder einer Gletschertasche sammelt, sondern auf ziemlich direktem Weg ins Tal fliesst. Im Gletschersee selbst befinden sich zurzeit in etwa noch 900’000 Kubikmeter Wasser, also deutlich über die Hälfte weniger als bei Maximalstand. Trotzdem ist die Gefahr eines plötzlichen Auslaufens mit nachfolgender Flutwelle noch nicht gebannt und es ist weiterhin grosse Vorsicht im Gewässerraum geboten.

Färbversuch Gletscherabfluss

Am Freitag, 26. Juli 2019 wird beim Gletschersee ein Färbversuch durchgeführt. Damit erhofft man sich Erkenntnisse über den Lauf des Wassers aus dem Entlastungsstollen. Dabei können sich verschiedene Gewässer (Trübbach, Simme etc.) grünlich verfärben. Die Farbe ist für Mensch und Umwelt völlig ungefährlich.

Seepegel sinkt, Gefahr jedoch nicht gebannt.

Der Pegel des Gletschersees sinkt stetig und hat sich bereits um mehrere Meter vermindert. Im Abflussverhalten des Trübbachs ist dies jedoch nicht eindeutig sichtbar. Es wird nun geprüft, ob ein Färbversuch hier Klarheit schaffen kann. Ein Ausbruch des Sees ist trotz der Überwachungsmassnahmen nicht voraussehbar. Es ist deshalb im Gebiet entlang des Trübbachs im Tierbergtäli und im Rezliberg sowie im weiteren Verlauf auch an der Simme erhöhte Vorsicht geboten. Von einem Aufenthalt in den Gewässern wird aufgrund der Flutwellengefahr dringend abgeraten.

Überlaufsystem angelaufen

Der Gletschersee hat den Pegel erreicht, bei dem das Wasser in den Entwässerungsgraben läuft. Das Überlaufsystem funktioniert zurzeit wie erwartet. Es bleibt nun abzuwarten, ob sich der See beim heutigen Stand einpegelt.

Bauarbeiten am Eiskanal abgeschlossen

Die Arbeiten am Eiskanal auf dem Plaine-Morte-Gletscher sind abgeschlossen. Auf den Bau des vorgesehenen Mikrotunnels musste verzichtet werden. Bei den Bohrvorstössen ergaben sich aus unbekannten Gründen mehrfach grössere Abweichungen. Die 13 Meter hohe Eisbarriere wurde stattdessen mittels einer Verlängerung des bereits gebauten Kanals durchquert. Damit lässt sich die geplante Kotentiefe zwar nicht ganz erreichen; mit 1,25 Mio. Kubikmeter Wasser wird das Maximalvolumen des Faverges-See jedoch trotzdem noch im vorgesehenen Rahmen liegen. Der See füllt sich derzeit aufgrund der grossen Hitze sehr rasch. Der Pegel zur Entleerung im neuen Entwässerungssystem ist jedoch noch nicht erreicht.

Der Eiskanal wird ausgehoben

Auf der Plaine Morte haben die Arbeiten für den Bau des Eiskanals begonnen, mit dem der Faverges-See teilweise nach Westen abgeleitet werden soll. Zunächst wird eine 500 Meter lange Rinne ins Gletschereis gegraben. Anschliessend wird ein 800 Meter langer Tunnel gebohrt, durch den das Schmelzwasser ab einem gewissen Pegelstand zu einer westlich liegenden Gletschermühle abfliessen kann. Das Projekt hat Pioniercharakter: Weltweit wurden noch nie Horizontalbohrungen in Gletschereis vorgenommen.

Ein Eiskanal soll den Faverges-See entschärfen

An einer weiteren Informationsveranstaltung hat die von der Einwohnergemeinde eingesetzte Expertengruppe für Glaziologie konkretisiert, wie künftige Hochwasser nach einem Gletscherseeausbruch verhindert werden sollen. Im Vordergrund steht der Bau eines Kanals auf dem Plaine-Morte-Gletscher. Der Faverges-See am südöstlichen Rand der Hochebene wird durch eine flache, bis zu 13 Meter hohe Eisbarriere am Auslaufen gehindert und entleert sich jeweils im Hochsommer durch ein Höhlensystem im Eis. Der Eiskanal dient der oberflächlichen Ableitung des Wassers zu einer westlich liegenden Gletschermühle. Der Entscheid zugunsten dieser Lösung fiel aufgrund der sofort möglichen technischen Umsetzung, der vermutlich langfristigen Wirkung und der relativ tiefen Kosten. Handout